Paul-Sillus-Schule ist für die ganze Stadt dimensioniert
Die jeversche CDU verwehrt sich dem Anspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung, der aus der Gesetzgebung des Bundes resultiert, nicht. Deshalb hat sie in einem langen Prozess mit zahlreichen Beteiligten daran mitgewirkt, für das Gebiet der Stadt Jever einen Grundschulstandort optimiert und hochwertig in Bezug auf Gebäude und Ausstattung herzurichten.
Die dafür notwendigen Beschlüsse wurden gemeinsam mit allen Ratsfraktionen, Bürgermeister Jan Edo Albers und der Stadtverwaltung einvernehmlich gefasst. Das ausdrückliche Ziel aller Beteiligten war dabei, die Paul-Sillus-Schule so zu dimensionieren, dass sie zukünftig den Bedarf an Ganztagsbetreuung für die gesamte Stadt Jever abdecken kann. Die derzeit noch laufenden Maßnahmen an der Paul-Sillus-Schule kosten die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Jever ungefähr 10 Mio. EUR. Diesem Betrag steht eine einmalige Bundesförderung in Höhe von 551.000 EUR gegenüber, der einmalig für alle drei Grundschulstandorte in Jever gemeinsam verfügbar ist.
Aus diesem Grund ist es schon rein haushalterisch unmöglich, Überlegungen bezüglich weiterer Ganztagsgrundschulen in der Stadt Jever anzustellen.
Im Haushalt für das Jahr 2026 sollen 50.000 EUR für die Planung eines Ganztagsbetriebs an der Grundschule Cleverns eingeplant werden. Dem soll grob geschätzt ein baulicher Kostenrahmen in Höhe von mindestens 2 Mio. EUR folgen. Dies ist aus Sicht der CDU nicht umsetzbar – aber auch in der Sache nicht sinnvoll.
Das Stadtgebiet unserer Stadt ist gar nicht so groß, dass die Wege zur Paul-Sillus-Schule tatsächlich unzumutbar werden. Beispielsweise sind viele Schulwege aus Rahrdum nach Jever genauso weit wie nach Cleverns. Deshalb besuchen auch jetzt schon Kinder aus Rahrdum-Ost die Grundschule am Harlinger Weg in Jever. Zudem gibt es auch in der Kernstadt vergleichbar weite Wege zur Paul-Sillus-Schule.
Für viele Eltern aus Cleverns und Rahrdum würde zukünftig ein Weg zur Paul-Sillus-Schule sowieso auf dem Weg zur Arbeitsstätte liegen, zumal auch ein Bustransfer wie seit Jahrzehnten bereits aus Moorwarfen zur Paul-Sillus-Schule möglich sein wird. Außerdem bahnen sich Vorteile im sozialen Gefüge der Schülerinnen und Schüler an, wenn sie im Rahmen des Ganztags bereits Kinder aus der gesamten Stadt kennenlernen, die später auch den Übergang auf die weiterführenden Schulen erleichtern.
Abschließend sind noch zwei formale Aspekte wichtig:
Das Begehren, die Grundschule Cleverns zur Ganztagsschule auszubauen, wird ausschließlich von Eltern vorgebracht. Ein wesentlicher Bestandteil war und ist aus Sicht der CDU aber auch, dass bereits frühzeitig seitens der betreffenden Schule und ihrer Schulleitung pädagogisch-konzeptionelle Ansätze bekannt sein müssen. Dies war seitens der Paul-Sillus-Schule so und ist im Fall der Grundschule Cleverns und der Grundschule am Harlinger Weg nicht so. Diesbezüglich sollen Konzepte den Schulen nicht übergestülpt werden.
Der Besuch der Grundschule richtet sich auch in der Stadt Jever nicht nach dem Willen der Eltern oder ihrer Kinder, die sich eine Schule aussuchen wollen. Die Schulbezirkssatzung der Stadt Jever macht diesbezüglich klare Vorgaben. Im ersten Schritt entscheiden sich Familien für oder gegen eine Ganztagsschule. Für die Ganztagsschule gibt es im der Stadt Jever einen Schulbezirk, der verbindlich der Paul-Sillus-Schule zugeordnet ist. Fällt die individuelle Entscheidung gegen eine Ganztagsbetreuung aus, so sind alle Wohngebiete der Kernstadt, der Ortsteile und des Außenbereichs eindeutig und verbindlich den drei Grundschulen zugeordnet, in deren Nähe sie lie-gen. Die Grenzen der Schulbezirke sind entsprechend der aktuellen und erwarteten Schülerzahl so eingerichtet, dass gewährleistet ist, dass die Grundschule am Harlinger Weg zweizügig, die Grundschule Cleverns knapp einzügig und die Paul-Sillus-Schule zwei- bis dreizügig ausgelastet werden.
Prognostiziert sind im Übrigen zukünftige Einschulungszahlen von 13 bis 22 Kindern (Grundschule Cleverns, möglich: 26 Kinder), von 24 bis 51 Kindern (Grundschule am Harlinger Weg, möglich: 52 Kinder) und von 44 bis 63 Kindern (Paul-Sillus-Schule, möglich: 78 Kinder). Zu berücksichtigen ist dabei für nachfolgende Jahre, das in der Stadt Jever schon ab dem Sommer 2025 erstmals eine Überkapazität bei Kindergartenplätzen vorliegt (+7 Plätze) und diese bis Sommer 2029 noch deutlich ansteigt (+46 Plätze), da die Geburtsjahrgänge kleiner werden. Somit zeichnet sich bereits ein Rückgang im Kindergartenbereich ab.
Das Ansinnen, die Grenzen der Schulbezirke so zu verschieben, dass die Grundschule Cleverns über die bisherigen Schülerzahlen hinaus gestärkt und auch Ganztagsschule würde, konterkariert sämtliche Planungen, die die Stadt Jever als Schulträger in den letzten Jahren entwickelt hat. Aufgrund insgesamt sinkender und dann in den Bezirken zudem verschobener Schülerzahlen würde zukünftig die Grundschule am Harlinger Weg trotz ausreichender Kapazität teilweise nur einzügig betrieben, die nagelneue Paul-Sillus-Schule mit zahlreichen Ganztagsplätzen teilweise nur zweizügig und im Ganztagsbetrieb schwach ausgelastet. Dem gegenüber stünden die eingangs angedeuteten Kosten für Bau und Ausstattung an der Grundschule Cleverns, die aufgrund der prognostizierten Schülerzahlen zukünftig für eine laut Stadtverwaltung überwiegend geringe Auslastung vorgehalten werden müsste.
Auf der Basis dieser Sachlage spricht sich die jeversche CDU abschließend dafür aus, weiterhin nur die Paul-Sillus-Schule als Ganztagsgrundschule in Jever bereitzuhalten, die Grundschule am Harlinger Weg konstant zweizügig zu betreiben und die Grundschule Cleverns im bisherigen Rahmen und somit unverändert weiterlaufen zu lassen.